PCB-Durchkontaktierung statt Over-the-edge: Was ist beim SC-55 anders?

Beim Miba Widerstand SC-55 erfolgt die elektrische Verbindung des Widerstandselements über eine VIA-Verbindung im Bauteil: eine mit Silberpaste gefüllte Durchkontaktierung zum Lötpad, das den Kontakt zur Leiterplatte (PCB) herstellt.

Bei Over-the-edge reichen im Gegensatz dazu leitfähige Flächen bis zur Bauteilkante und werden um die Kante herumgeführt. Der Unterschied liegt also im Anschlussweg.

Der Begriff PCB-Durchkontaktierung wird in diesem Artikel für diese VIA-basierte Anschlusslösung verwendet.

Erfahren Sie:

  • wie die PCB-Durchkontaktierung im SC-55 aufgebaut ist
  • wie sie sich von Over-the-edge unterscheidet
  • welche Rolle Pad-Geometrie, Lötung und Inspektion spielen
  • welche Positionen und Konfigurationen die Ausführung ermöglicht

Wie funktioniert die PCB-Durchkontaktierung im SC-55?

Die VIA-Verbindung im SC-55 verbindet das Widerstandselement über eine mit Silberpaste gefüllte Durchkontaktierung mit dem Lötpad. Das Lötpad stellt anschließend den elektrischen Kontakt mit der Leiterplatte (PCB) her.

Der elektrische Anschluss verläuft über drei Elemente:

1. Leitfähige Paste: sie liegt auf der oberen Schicht und berührt direkt die Widerstandspaste

2. Silberpaste: sie füllt eine vorgebohrte Öffnung im Bauteil

3. Lötpad: es verbindet die silbergefüllte Öffnung mit der Leiterplatte (PCB)

Die Öffnung muss genau dimensioniert und korrekt gefüllt sein. Hohlräume sollen vermieden werden. Die Ausführung ist wichtig für die elektrische Funktion des Widerstandselements.

Worin unterscheidet sich die PCB-Durchkontaktierung von Over-the-edge?

Bei der PCB-Durchkontaktierung führen interne Widerstandsanschlüsse durch die gefüllte Öffnung zu den lötbaren Pads. Das Lötpad stellt den Kontakt zur Leiterplatte her.

Bei Over-the-edge reichen leitfähige Flächen bis zur Bauteilkante. Der Anschluss nutzt außenliegende Kontakte, die um die Kante herumgeführt werden. Damit hängt die Auslegung des Anschlusses stärker davon ab, wie präzise und sauber der Bauteilrand gefertigt ist.

Welche Vorteile hat die PCB-Durchkontaktierung?

Die definierte Anschlussgeometrie kann sich auf Lötverbindung, elektrische Kontaktierung, Zuverlässigkeit sowie Fertigung und Prüfung auswirken.

  • Mechanische Belastbarkeit und Lötverbindung:
    Die Pads unterstützen eine definierte Lotverteilung unter dem Bauteil. Das kann gleichmäßigere Lötkehlen fördern und unerwünschte Lotansammlungen an scharfen oder unregelmäßigen Bauteilkanten verringern.
    Bei Over-the-edge können durch den Keramik-Brechprozess Unregelmäßigkeiten an den Kanten entstehen. Eine VIA-basierte Pad-Geometrie reduziert die Abhängigkeit der Lötverbindung von diesen Kantengeometrien und kann damit das Risiko von Lötporen oder schwachen Lötstellen reduzieren. Temperaturwechsel und Vibration sind relevante Belastungen, etwa bei Traktionsantrieben, Wechselrichtern und Industriemotoren.
     
  • Elektrischer Kontakt:
    Die definierte Pad-Auslegung bei der PCB-Durchkontaktierungen kann einen niedrigeren und besser vorhersehbaren Kontaktwiderstand unterstützten und parasitäre Schwankungen zwischen Leiterplatten und Fertigungsaufbauten reduzieren. Insbesondere bei Hochstromanwendungen kann die VIA-Verbindung außerdem zu einer stabilen Strompfad-Integrität beitragen.
     
  • Flexible Platzierung und Konfigurationen:
    Die PCB-Durchkontaktierung kann am Rand oder an mehreren Positionen im Bauteilinneren liegen. Mehrere Durchkontaktierungen ermöglichen zusätzliche Anschlusskonfigurationen beispielsweise mit NTCs, Dioden oder Spannungsteilern.
     
  • Zusätzliches Leistungsmerkmal: hohe Impulsenergie-Belastbarkeit
    Ein optimiertes Layout-Design und ein hochwertiger Dickschichtdruck gewährleisten eine hervorragende Impulsbelastbarkeit. 

Was bedeutet die Verbindung für die Produktleistung?

Die Verbindung soll elektrische, mechanische und thermische Kontakte zwischen Widerstand und Leiterplatte gleichmäßiger herstellen. Das kann eine gleichmäßigere Produktleistung unterstützen.

Fertigung und Prüfung: Die Anschlüsse sind mit SMD-Prozessen kompatibel und eignen sich insbesondere für moderne, automatisierte Serienfertigungen. Klar definierte Pads können die optische Inspektion und die Lötstellenprüfung erleichtern. Weniger Lötunregelmäßigkeiten können Nacharbeit und Ausbeuteverluste beim Reflow-Löten verringern.

 

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