Warum brauchen Smart Grids präzise Spannungssensoren?

 

Smart Grids sollen Stromnetze stabil halten, erneuerbare Energien integrieren und bidirektionale Energieflüsse aus Windparks, Solaranlagen und Elektroautos steuern. Damit das gelingt, benötigen sie präzise Messdaten.

 

Spannungssensoren erfassen diese Daten und ermöglichen es, Netzschwankungen frühzeitig zu erkennen, Fehler schneller zu lokalisieren und Energieflüsse zuverlässig zu überwachen.

 

In diesem Artikel erfahren Sie, wie

  • Spannungssensoren Netzschwankungen erkennen und hohe Spannungen kontrolliert messen.
  • Widerstände die Messgenauigkeit beeinflussen und welche Rolle sie bei Anwendungen in der Hochspannungsübertragung spielen.

Was ist ein Smart Grid?

 

Ein Smart Grid ist ein intelligentes Stromnetz, das Energieerzeuger, Speicher und Verbraucher miteinander verbindet.

 

Dazu gehören:

  • Windkraftanlagen
  • Solarkraftwerke
  • Gaskraftwerke
  • Photovoltaikanlagen auf Gebäuden

 

Da diese Anlagen an unterschiedlichen Orten Energie erzeugen, muss das Stromnetz ihre Energieflüsse überwachen. Sensoren erfassen dafür die Spannung und den Energiefluss im gesamten Netz.

 

Welche Aufgabe haben Spannungssensoren im Smart Grid?

 

Smart Grids müssen erkennen, wie sich Spannung und Energiefluss im Netz verändern. Spannungssensoren liefern dafür die notwendigen Messwerte.

 

Sie übernehmen drei zentrale Funktionen:

 

  • Netzschwankungen erkennen: Spannungssensoren liefern Daten über den Zustand des Netzes. Diese Daten unterstützen die Überwachung auf kommunaler und mittlerer Spannungsebene.
  • Fehler und Schäden lokalisieren: Sensoren können Fehler in Hochspannungsnetzen auf kleinere Leitungsabschnitte eingrenzen. Das verkürzt die Suchstrecke bei langen Überleitungen.
  • Bidirektionale Energieflüsse überwachen: Smart Grids müssen Energieflüsse in beide Richtungen erfassen. Das gilt auch für das Laden und Entladen von Fahrzeugbatterien. Beim bidirektionalen Laden nimmt das Elektrofahrzeug Energie aus dem Netz auf. Später kann es gespeicherte Energie wieder ins Netz einspeisen.

 

 

 

Welche Rolle spielen Widerstände in Spannungssensoren?

Widerstände helfen Spannungssensoren dabei, hohe Spannungen im Smart Grid kontrolliert und präzise zu messen. Sie teilen die Spannung auf einen messbaren Bereich herunter.

 

Der Widerstand ist dabei ein passives Bauteil im Sensor. Seine elektrischen Eigenschaften beeinflussen die Messgenauigkeit und machen Veränderungen im Netz sichtbar.

 

Für die Messgenauigkeit sind mehrere Eigenschaften des Widerstands wichtig:

 

  • Temperaturkoeffizient: Beschreibt, wie stark sich der Widerstandswert bei Temperaturänderungen verändert.
  • Toleranz: Beeinflusst, wie genau der Widerstandswert dem vorgegebenen Nennwert entspricht.
  • Spannungskoeffizient: Beschreibt, wie sich der Widerstandswert bei angelegter Spannung verändert.
  • Pulsfestigkeit: Bei Hochspannungsanwendungen müssen Widerstände zusätzlich hohe Spannungen und kurze Impulse aushalten.

 

 

Widerstände für Spannungssensoren

Warum Widerstandsteiler statt kapazitiver Spannungsteiler?

Frühere Spannungssensoren arbeiteten häufig mit kapazitiven Spannungsteilern. Mit steigenden Anforderungen an die Messgenauigkeit setzen viele Anwendungen heute auf Widerstandsteiler. Sie ermöglichen eine präzisere Spannungsmessung und helfen dabei, die geforderten Genauigkeitsklassen moderner Smart Grids einzuhalten.

Für hochpräzise Spannungssensoren müssen Widerstände ihren elektrischen Wert auch bei Temperaturschwankungen möglichst konstant halten. Bereits kleinste Abweichungen können die Messgenauigkeit beeinflussen. Deshalb werden für Smart-Grid-Anwendungen besonders stabile Hochpräzisionswiderstände eingesetzt.

Wie werden Hochpräzisionswiderstände hergestellt?

Der Widerstand für einen Spannungssensor in einem Smart Grid entsteht in mehreren Schritten auf einem runden Keramiksubstrat. Als Material kommt häufig Aluminiumoxid-Keramik zum Einsatz.

 

Darauf wird das Widerstandslayout per Siebdruck aufgebracht. Die Paste enthält metallische Bestandteile und Glaspartikel. Das Layout bestimmt unter anderem den späteren Widerstandswert. Die Dickschicht ist dabei etwa 10 µm dick.

Anschließend wird das Layout bei etwa 850 °C gesintert. Dabei verbindet sich das Material dauerhaft mit dem Trägersubstrat.

Nach dem Sintern erhält der Widerstand eine Schutzschicht. Sie schützt das Bauteil vor äußeren Einflüssen. Danach folgen die elektrischen Kontaktierungen.

 

Der gesamte Fertigungszyklus kann bis zu drei Wochen dauern. Die genaue Dauer hängt von der Stückzahl und den erforderlichen Prozessschritten ab.

 

Wie werden Widerstände für Smart-Grid-Anwendungen geprüft?

Widerstände für Smart Grids werden mit der Blitzschlagprüfung (Lightning-Impulse-Test) geprüft. Dabei zählen die geforderte Genauigkeitsklasse und das Verhalten bei kurzen Hochspannungsimpulsen.

Hintergrund: Im späteren Einsatz müssen Widerstände hohe elektrische Belastungen aushalten.

 

Je nach Größe des Spannungssensors kommen unterschiedliche Prüfspannungen zum Einsatz:

  • Die Prüfspannungen beginnen bei 95.000 Volt für einen Sensor mit 39 mm.
  • Bei einem Individualwiderstand mit etwa 300 mm erreichen sie bis zu 325.000 Volt.
  • Ein Prüfset wurde sogar mit 1,25 Millionen Volt getestet.

 

Die Prüfwerte richten sich nach der Sensorgröße und der späteren Anwendung. So lässt sich feststellen, ob der Widerstand den elektrischen Belastungen standhält.

Mehr über Widerstände unter Strom? Hören Sie in Folge 3 des Miba-Podcasts rein.

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In Folge 3 „Unter Strom“ geht es um die Widerstände der Miba Resistors. Wer die Technik hinter Spannungssensoren und Hochspannungsanwendungen aus einer anderen Perspektive hören möchte, findet hier den passenden Einstieg.

 

Häufige Fragen zu Smart Grids und Widerständen

Der Verguss gehört zur Gesamtanwendung eines Spannungssensors im Smart Grid. Seine Ausführung wird gemeinsam mit den elektrischen Anforderungen betrachtet.

Eine Kombination ist sinnvoll, wenn mehrere Widerstandsfunktionen in einer Bauform zusammenkommen sollen. So lassen sich Mess-, Leistungs- und Hochspannungswiderstände in einer Bauform verbinden.

A combination is useful when multiple resistor functions need to be integrated into a single package. This allows measurement, power, and high-voltage resistors to be combined into a single package.

Bei 2.000 Watt muss die entstehende Wärme aus dem Bauteil abgeführt werden. Dafür ist eine aktive Kühlung erforderlich. Die Kühlung muss deshalb bereits bei der Integration in die Anwendung berücksichtigt werden.

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